Jetzt finden wir endlich auch mal Zeit, im Bad weiterzuarbeiten. Die Glassteine für die Duschwand haben wir ja schon anfang des Monats gekauft, jetzt werden sie verbaut!
Und weil die Anleitung, die mit dem Montageset geliefert wurde, irgendwie doch etwas zu schematisch und undetailiert ist, will ich das hier mal etwas ausführliche machen, so als eine Art bebilderte do-it-yourself-Anleitung1.
Was kommt zum Einsatz
Um es kurz zu wiederholen:
Wir benutzten Glasbausteine aus dem Hause Seves glassblock, auch bekannt unter Solaris.
Die Steine werden aber nicht vermörtelt, sondern mit einem Verlegesystem namens Solaris Quicktech verbunden:
Das geprüfte SOLARIS Glasstein-Verlegesystem
Das Verlegesystem garantiert die LGA geprüfte Standsicherheit und optimale Verlegeeigenschaften nur in Kombination mit SOLARIS Glassteinen, Quicktech-Profilen und -Kleber.
Die Solaris GmbH übernimmt zum Aufbau allerdings keine Haftung.
Da werden zur Stabilisierung Kunststoffprofile zwischen alle Steine geklebt, für unsere freistehende Wand mit Wandanschluß kommen die langen waagerecht (auf die ganze Wandlänge) und die kurzen (von der Größe genau eines Steines) senkrecht.
Diese Profile werden, wie gesagt, auf die Steine geklebt, wofür ein spezieller Glas(stein)kleber mitgeliefert wird. Ob da auch normaler Baukleber ginge?
Ein Paket für rund 50 € soll für einen Quadratmeter reichen – die Profile sind natürlich entsprechend abgezählt, aber die Klebermenge … aber dazu später mehr.
Was man sonst noch braucht
Folgendes muß man noch selber beisteuern:
- Kartuschenpistole für den Kleber
- Wasserwaage
- Papier, wenn man was danebenging (Klopapierrolle!)
- jede Menge Haushaltsfolie, um zwischendurch die Klebekartusche an ihrer Spitze zu verschließen
- Zeit
- einen zweiten Mann (oder Frau) – es hilft ungemein, wenn z. B. einer Kleber verteilt und der andere dann gleich Profile draufklebt
Zuschnitt
Da wir wegen der Maße unserer gefliesten Dusche einen halben Stein verwenden, müssen zuerst einmal alle langen Kunststoffprofile gekürzt werden. Das konnten wir wunderbar in der hauseigenen Werkstatt erledigen. 


War eigentlich auch ganz einfach. Einmal ausmessen und alle markieren, einspannen und mit der Stichsäge mitten durch.
Die ersten Profile
Dann ging es ins Bad. Zuerst einmal müssen die Profile geklebt werden, die später den Kontakt zur Zimmerwand herstellen. Zwei an die Wand und eines auf den Boden. Vorher soll man die Flächen aber mit Essig säubern.

Sollte man beim Anlegen merken, daß die Fugen an der Wand irgendwie schief sind
, dann hat man die Wahl: Entweder die Glaswand optisch gerade, sprich parallel zur schiefen Fuge, ausrichten oder lieber die Wand (Statik everybody?) gerade machen und mit optischer Schiefheit leben.
Oder man hat Glück und das Profil kommt eh leicht über die Fuge, so daß man die garnicht sieht – dann macht man natürlich alles so gerade, daß die Wasserwage sich freut.

Das Aufbringen des Klebers erfolgt grundsätzlich mit zwei Strängen. Nachher bei den Steinen ist das alles etwas komplizierter wegen der Wölbungen, aber hier verteilt sich ja alles plan zwischen Profil und Wand.
Und schon nach kurzer Zeit war es kaum noch möglich, die Profile zu verschieben, geschweige denn sie wieder von der Wand zu lösen.
Der erste Stein
Dann kam die erste Bewährungsprobe, bisher war ja alles recht einfach. Der erste Stein sollte gesetzt werden.

Entsprechend den Anleitungen haben wir an Boden und Wand je zwei Klebestränge gesetzt, etwa 4 mm im Durchmesser (naja, pi mal Daumen geschätzt) und schon etwas weiter aussen aufgetragen, also es die Anleitungsbilder vorzugeben scheinen. Denn je weiter man bei den Steinen nach innen kommt, umso tiefer ist die Wölbung und der Abstand zum Profil.
Dabei vielleicht gleich folgendes:
An Wand und Boden kommen die Profile plan ran, hier verteilt sich also der Kleber sehr stark und bildet einen dünnen Film, während die Klebeflächen sich großflächig berühren. Bei den Steinen ist das nicht so – und soll auch garnicht so sein. Auf entsprechende Nachfrage von mir sagte mir Solaris, daß der Hohlraum einfach mit der Klebemasse ausgefüllt werde und so die Verbindung herstelle.
Nur dummerweise kann man dies garnicht genau genug plazieren, wenn man die Klebestränge wirklich auf den Profilen aufbringt. Oder man nimmt massiv von dem Kleber, was wir aus Furcht vor zuwenig Kleber am Ende dann doch nicht wagen wollten.
Einfacher erschien es und, den Kleber auf den Steinen aufzubringen. Immer schön in die Kehle der Wölbung, am besten so, daß der Strang ein wenig den Stein überragt, damit er nachher ohne jedes Schieben und Ankanten Kontakt mit dem Profil bekommt.
Dabei bemerkten wir dann auch schnell, daß die Steine durchaus leichten Schwankungen unterliegen, was ihre Form im Wölbungsbereich angeht. Bei manchen konnte man problemlos beim Auftragen an der Kante die Klebemasse “hochdrücken”, bei anderen war deutlich mehr Kleber notwendig. Ganz besonders stark scheinen die Unterschiede zwischen den weißen und den farbigen Steinen zu sein – die farbigen sind in der Regel besser.
Im Laufe der Zeit fielen uns noch einige andere Verbesserungen im Arbeitsablauf ein, aber dazu später mehr.
Die erste Reihe steht
Irgendwann war dann die erste Reihe unserer Duschabtrennung fertig – und weil wir noch nicht alle unsere Erkenntisse und Tips vollständig verinnerlicht hatten – haben wir dann das erste Zwischenprofil mit dem Kleber vorbereitet (anstatt auf die Steine zu gehen) und diesen dann aufgeklebt. Ging aber auch – mit einigem Anheben, Schieben und Kleber-Verreiben.


So, und morgen geht es weiter! 
1 Um das aber klarzustellen: Ich berichte hier von meinen Erfahrungen und freue mich, wenn ich damit anderen weiterhelfen kann. Ich kann aber keinerlei Gewähr für das Beschriebene übernehmen – weder weiß ich, ob meine Glaswand in einem Monat noch steht, noch ob ich wirklich alles richtig gemacht habe.
Daher der Hinweis und die Bitte: Schaut Euch an, was ich gemacht habe, aber entscheidet selbst, ob Ihr das für Euch verantworten könnt!
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